Schluss mit lustig!

Am 01. Oktober standen sich nun erstmals Vertreter von Seiten des Vorhabenträgers (NAH.SH) und über 20 Anwohner der AKN-Strecke gegenüber. „Ein erstes Kennenlernen“ sollte dieses Treffen sein. Doch relativ schnell wurde deutlich, dass sich bei den Anwohnern mittlerweile viel Frust aufgebaut hatte. Herr Werner und Herr Knipping von der NAH.SH waren sehr bemüht, alle aufkommenden Fragen zu beantworten. Die Antworten waren oftmals jedoch nur wenig zufriedenstellend. Dies lag zum einen daran, dass, wie angekündigt, aufgrund fehlender Gutachten und Unterlagen, noch nicht alle Detailfragen beantwortet werden konnten. Gravierender war jedoch die Tatsache, dass die aktuellen Planungen den Interessen der Anlieger absolut zuwider laufen.

Im Detail:
Laut Vorhabenträger sei die Zweigleisigkeit alternativlos. Eine Mitnutzung der Bahnstrasse, die dann Einbahnstrasse werden würde, käme nicht in Frage. Die zuständige Kommune hätte sich dagegen ausgesprochen.
Eine Eingleisigkeit im Bereich zwischen den Bahnhöfen Ellerau und Tanneneck könne es auch nicht geben, da sich die Züge bei dem geplanten Fahrplan, genau in diesem Bereich begegnen würden. Änderungen an den Fahrzeiten seien nicht möglich, da dies die Einspeisung der S21-Linie ins Hamburger Gleisnetz gefährden würde. Das wiederum würde dazu führen, dass die gewünschte Zeitersparnis von 3 Minuten auf der Strecke Kaltenkirchen-Hamburg nicht erreicht werden könne.
Was bleibt, ist die durchgehende Zweigleisigkeit. Mit der Konsequenz, dass Grund der Gleisanlieger aufgekauft werden muss. Dass man sich hiergegen wehren wird, wurde seitens der Anwohner deutlich zum Ausdruck gebracht.

Aus einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landesparlaments von Schleswig-Holstein ist bekannt, dass die Fahrgastzahlen mit dem Beginn der Bauarbeiten an der A7 nicht signifikant angestiegen sind. Ganz anders als gutachterlich errechnet. Insofern bleibt zu vermuten, dass bei fertig dreispurig ausgebauter A7 die prognostizierten Fahrgastzahlen ebenfalls weit unterschritten werden. 90 Millionen Euro Steuergeld wären damit in den Sand gesetzt. Dieses Argument ließ der Vorhabenträger nicht gelten. „In der Regel stimmen die Prognosen und würden meist sogar überschritten“, so die NAH.SH. Auf uns macht es jedoch den Eindruck, dass hier Fahrgastprognosen krampfhaft schöngerechnet werden, um den schmalen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,12 zu halten.

Der Takt würde (bis auf Sonntags) nicht verändert werden, betonten Herr Werner und Herr Knipping mehrfach. Insofern gäbe es keinen Grund, am höhengleichen Bahnübergang Bahnstrasse/Berliner Damm etwas zu verändern. Dass die Situation derzeit schon katastrophal ist, sei für die aktuellen Planungen dieses Projektes irrelevant. Auch sei ausschließlich der geplante Takt, bei der Planung zu berücksichtigen. Ob nun über kurz oder lang der Takt angehoben wird, sei dann für die aktuelle Planung nicht mehr von Bedeutung. Über so viel Kurzsichtigkeit kann man sich nur wundern. Andererseits…mit Blick auf den bereits erwähnten Nutzen-Kosten-Faktor scheint logisch, warum jede zusätzliche Investition gescheut wird. So sinnvoll sie auch sein mag.

Spätestens seit diesem Abend sollte klar sein, dass vielen Ellerauer und Quickborner Bewohnern ein langer und harter Kampf für den Erhalt der Lebensqualität und des Eigentums bevorsteht. Die erhoffte Kompromissbereitschaft von Seiten des Vorhabenträgers war nicht zu erkennen. Die Spielräume sind auch denkbar gering (erneut Stichwort: Nutzen-Kosten-Faktor).

Alle betroffenen Anlieger sind herzlich eingeladen, am Mittwoch den 07.10. um 20:00 Uhr in Kramers Gasthof zu kommen. Hier wird die Bürgerinitiative intern besprechen, wie weiter vorzugehen ist.
Ansonsten hoffen wir auf ein brechend volles Ellerauer Bürgerhaus am Dienstag den 13.10. um 18:00 Uhr, wenn etwa 20 Verantwortliche und Planer das „Projekt S21“ allen Interessierten ausführlich erläutern werden.

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